Da manchmal die Natur (durch Berge, Täler oder Meere) kürzere und schnellere Bahnfahrten verhindert, wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Tunnel gebohrt.

Hier eine Auswahl:

Gotthard-Basis-Tunnel – Schweiz

Der jüngste und längste Eisenbahntunnel wurde am 1. Juni 2016 eröffnet und verbindet auf einer Länge von 57 Kilometern die Orte Erstfeld (Kanton Uri) und Bodio (Tessin). Das Gotthard-Massiv ragt dabei bis zu 2.450 Meter über die beiden jeweils einspurig befahrbaren Tunnelröhren.

Seikan-Tunnel – Japan

Er ist die Nummer zwei wenn es um die Länge (53,85 Kilometer) geht. Er verbindet die beiden japanischen Inseln Hokaido und Hunshu. Ehe der Tunnel am 13. März 1988 eröffnet werden konnte, gab es eine lange Vorbereitungs- und Bauzeit. Die ersten Arbeiten begannen 1964 und nach mehrjährigen Probebohrungen begann 1971 der eigentliche Baubeginn. Der Tunnel wird auch vom Shinkanzen genutzt und hat die Fahrzeit zwischen Tokio und Sapporo erheblich verkürzt.

Eurotunnel

Mit 37 Kilometern Länge ist der Eurotunnel der längste Unterwassertunnel der Welt und verbindet Frankreich (Calais) und England (Folkstone). Die beiden eingleisig befahrbaren Röhren sind mit einer Service-Röhre miteinander verbunden.

Schon seit dem 18. Jahrhundert gab es immer wieder Ideen und Pläne, einen Tunnel durch den Ärmelkanal zu graben, sie scheiterten aber genauso häufig an technischer Durchführbarkeit, mangelnden finanziellen Mitteln oder Kriege.

Sieben Jahre lang arbeiteten 15.000 Arbeiter rund um die Uhr, ehe am 6. Mai 1994 die britische Königin Elisabeth II und der französische Präsident Mitterrand den Kanal offiziell eröffneten. Etwa sieben Millionen Menschen nutzen seitdem die Verbindung jährlich.

Was uns noch erwartet

Ein kleiner Ausblick auf einen im Bau befindlichen Tunnel:

Einer, der noch einmal alle Rekorde brechen wird, wird der Brenner-Basis-Tunnel mit einer Länge von 64 Kilometern sein. Baubeginn für das jahrzehntelang geplante und immer wieder verschobene Projekt war 2011, die Fertigstellung soll 2026 erfolgen. Ein weiterer Transitweg durch die Alpen, der die Bewohner der Region vom Schwerverkehr entlasten soll.